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- Zum
Einstieg
- Der
Freiberufler als Unternehmer
- Marketing
und Vertrieb für DV-Dienstleister
- Geeignete
Marketingwerkzeuge
- Lösung
von Zeit- und Interessenkonflikten
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Kürzlich hatte ich ein Erstgespräch
mit dem Geschäftsführer eines Unternehmens, das als
Neukunde ein großes Potential für mich als
Computertrainer versprach. Ich hatte ihm einige Tage
zuvor mein Trainerprofil zugesandt, und er hatte nun
kurzfristig Aufträge zu vergeben, die dazu zu passen
schienen. Er begann das Gespräch mit den Worten: Sie
haben sich bei uns beworben." Überrascht war er,
als ich ihm freundlich widersprach: Das war keine
Bewerbung. Ich habe Ihnen ein Angebot gemacht."
Er dachte kurz nach und lächelte dann
zurück. Er hatte mich als gleichberechtigten Gesprächs-
und Geschäftspartner verstanden, nicht als eine Art von
Mitarbeiter, der gegenüber echten Angestellten
schlechter gestellt ist. Wir hatten ein Gespräch von
Unternehmer zu Unternehmer. Sein Unternehmen war natürlich
größer. Deutlich größer. Dafür habe ich an meinem
mehr Spaß da bin ich mir ziemlich sicher.
Ich habe beobachtet, daß viele
Freiberufler an ihre Arbeit mit einem negativen
Selbstverständnis gehen. Sie fühlen sich durch die
permanente Unsicherheit für die eigene Existenz bedroht,
beklagen den Mangel an freier Zeit und zumeist auch an
Energie. Eigentlich wünschen sie sich, wieder in
irgendeinen sicheren Angestelltenjob zu wechseln.
Vielleicht liegt die negative
Einstellung daran, daß die Selbständigkeit bei vielen
nicht Ergebnis einer freien Entscheidung war, sondern oft
in einer Notsituation getroffen oder von anderer Seite
veranlaßt wurde
Nur: Der Rückweg in die Abhängigkeit
ist meistens verbaut. Freiberufler haben nicht selten
einen Lebensstandard erreicht, der als Angestellter nicht
aufrecht zu erhalten wäre. Und nicht nur das: das selbständige
Arbeiten hat die Persönlichkeit verändert. Viele
Freiberufler bestätigen, daß es für sie undenkbar wäre,
wieder den Anweisungen eines Vorgesetzten gehorchen zu müssen.
Wir Freiberufler gehen ein hohes persönliches
Risiko ein. Die Sicherheit, die Angestellte oder sogar
Beamte durch Ihren Beschäftigungsvertrag von ihrem
Arbeitgeber erhalten, haben wir im Normalfall nicht.
Manchmal haben wir sie über die Laufzeit eines Projektes
aber auch das ist nicht immer garantiert.
Sicher ist jedenfalls eines: Zum
Projektende müssen wir schauen, wo wir bleiben.
Angestellte haben ein dicht gewobenes
Netz von sozialen Absicherungen. Ein sehr teures Netz,
immerhin finanzieren wir Freiberufler es mit unseren
Steuern mit: Wenn nämlich der Staat mal wieder für
fehlende Beitragseinnahmen einspringen muß, dann tut er
das auch mit unserem Geld. Nur wir Freien haben
nichts davon.
Wie kommen wir dann zu unserer
Sicherheit? Ich meine, wir haben eine Alternative dazu,
die sogar leistungsfähiger ist: Unsere eigene Fähigkeit
zu selbständigem Handeln, unsere Anpassungs- und Lernfähigkeit
und unsere Unabhängigkeit. Es liegt nur an uns selbst,
ob wir uns Ziele setzen und diese auch erreichen.
Ich behaupte, wem es heute schlecht
geht, der hat in der Vergangenheit etwas falsch gemacht.
Nicht immer vielleicht, aber in den meisten Fällen. Und
heute müssen wir darauf achten, daß es uns morgen gut
geht.
Wir Freiberufler sollten unsere Aktivitäten
verstehen wie ein Bauer: Wenn er im Herbst ernten will,
muß er im Frühjahr säen. Und damit er nächsten Frühjahr
etwas zum Säen hat, muß er von seinem Ertrag im Herbst
einen Teil zurücklegen, als Saatgut für das nächste
Jahr.
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Sie der Freiberufler Sie
sind Unternehmer. Ihre berufliche Existenz ist Ihr
Unternehmen und sollte auch von Ihnen so geführt werden.
Tatsächlich haben viele Freiberufler damit Probleme. Es
gibt typische Situationen, in denen sich zeigt, daß
dieses Verständnis noch fehlt, am deutlichsten, wenn es
gilt, sich zu vermarkten und zu verkaufen. Ein paar
Beispiele:
- Ich hatte zu Anfang schon auf die
typischen Bewerbungen von Freiberuflern
hingewiesen. Zum Teil mit Angabe von
Familienstand, Name und Beruf der Eltern und
anderen privaten Informationen, die einen
potentiellen Auftraggeber weder etwas angehen,
noch ihn überhaupt interessieren dürften. Kein
anderes Unternehmen würde mit dem Curiculum
Vitae, dem ausführlichen Lebenslauf des Chefs um
Kunden werben.
- Wir Freiberufler erleben immer
wieder, daß versucht wird, unsere Stunden- oder
Tagessätze zu kürzen, uns billiger einzukaufen
oder uns durch angebliche Mängel unserer Arbeit
und Garantiepflichten unter Druck zu setzen.
Solche Bestrebungen finden in Krisenzeiten wie
heute eher verstärkt statt.
- Wie reagieren Freiberufler darauf?
Häufig gekränkt, beleidigt und aggressiv. Am
Stunden- oder Tagessatz wird der Wert der eigenen
Arbeit festgemacht, jede Diskussion darüber wird
als persönlicher Angriff interpretiert.
- Vielleicht sollten wir
Freiberufler als Dienstleister akzeptieren, daß
es grundsätzlich legitim für den Kunden ist, am
Preis oder der Qualität unserer Arbeit zu mäkeln.
So wie es eben unser Recht ist, auf dem Wert
unserer Leistung zu bestehen. Mit dem Risiko, den
Kunden eventuell zu verlieren.
- Wann beginnen DV-Freiberufler
eigentlich mit der Akquisition neuer Aufträge?
Oft genug erst kurz vor dem Ende eines laufenden
Projekts oder sogar erst danach. Meist liegt es
an der Hoffnung, daß einem eine Projektverlängerung
oder gar ein großer Neuauftrag ohne Aufwand in
den Schoß fällt. Der Traum von der Mund-zu-Mund-Propaganda
als Belohnung für geleistete Dienste. Oder es
ist der Zeitmangel, unter den der Freiberufler
gerade zum Projektende gerät. In vielen Fällen
ist es auch einfach die Unlust, sich selbst zu
verkaufen?
Ich höre immer, früher sei es
einfacher gewesen. Man mußte nur gute Arbeit leisten,
dann kamen die Folgeaufträge von allein. Der Kunde hätte
schon dafür gesorgt, daß einem die Arbeit nicht ausgeht.
Aber diese Zeit sei nun vorbei.
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Wenn
es tatsächlich einmal eine solche Zeit gegeben haben
sollte, sie ist vorbei. Wir müssen uns verkaufen, und
zwar aktiv und professionell.
Die DV-Arbeit verändert sich rapide,
wird in vielen Bereichen einfacher und schneller und ein
rasch wachsender Teil der Aufträge wandert ins billige
Ausland ab, nach Indien, Tschechien oder ins Baltikum. Möglicherweise
wird dadurch die Nachfrage nach DV-Leistung in
Deutschland tatsächlich geringer, obwohl es gleichzeitig
auch Anzeichen gibt, daß die Nachfrage im Land eher
zunimmt. Welcher Effekt langfristig der stärkere sein
wird, ist schwer vorherzusagen ich meine aber, daß
das ohnehin nicht der Kern unseres Problems ist.
Wenn ein Freiberufler sich für die
eigene Auslastung auf einen Kunden verläßt, so macht er
sich abhängig. Abhängig von einem Unternehmen, dessen
Interessen sich teilweise mit den seinen decken. Aber
eben nur teilweise. Es gibt naturgemäß auch
Interessenkonflikte. Wie soll sich nun ein Auftraggeber
entscheiden, wenn er zwischen den Interessen des eigenen
Hauses und denen des von ihm abhängigen Freiberufler
entscheiden muß? Das eigene Unternehmen muß dann
Priorität haben, sonst ist er ein schlechter
Unternehmer, und von einem schlechten Unternehmer möchte
man doch schon erst recht nicht abhängig sein.
Ich bin immer wieder überrascht, wie
viele Freiberufler sich in diese Abhängigkeit begeben.
Und wie sie dann immer verärgert und frustriert sind,
wenn die andere Seite das Gespräch über den Stunden-
oder Tagessatz sucht, dabei Senkungen anstrebt und auch
durchsetzt. Ich will im späteren Teil dieses Vortrags
einen Vorschlag machen, wie man solche Versuche aus einer
Position der Stärke heraus abwehrt.
Wir sollten uns auch nicht von der
Illusion leiten lassen, wir könnten den Auftraggeber von
uns abhängig machen. Unsere Auftraggeber verfügen über
genügend Ressourcen in Sachen Geld, Kontakte und
Manpower, um uns im Notfall schnell zu ersetzen.
Wenn wir uns heute also selbst
verkaufen müssen, so ist das auch mit einem Vorteil
verbunden. Es zwingt uns, uns unabhängig zu machen und
uns selbst immer wieder zu fragen, ob das, was wir tun,
noch richtig ist. Da, wo es notwendig ist, müssen wir
eben selbst Veränderungen herbeiführen.
Sicherheit heißt für uns Freiberufler
in erster Linie Unabhängigkeit. Wie für jedes andere
Unternehmen auch.
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Bei den Begriffen Marketing und
Vertrieb denken viele zuerst vielleicht an Fernseh- und
Medienwerbung, an große, teure Präsentationen oder
aufwendige Messeauftritte. Das können unsere Wege nicht
sein. Müssen sie auch nicht.
Als kleine Unternehmen, die wir nunmal
sind, haben wir ja auch einen Vorteil: Wir müssen nicht
die ganz großen Umsätze einfahren. Was nützen uns
Aufträge für 40.000 Tage im Jahr, wenn wir selbst sie
in 200 bis 220 Tagen abarbeiten müßten? Wie immer, wenn
es um Marketingfragen geht, sollte am Anfang eine klare
Definition der Ziele stehen. Dabei beginnen wir mit
langfristigen Zielen, Sie dürfen sie gerne auch als
Visionen bezeichnen. Ich möchte Ihnen hier folgende
vorschlagen:
| 1.
Vision: |
Eine möglichst
dichte Füllung des Terminplans mit Aufträgen.
Ein Handelsunternehmen beispielsweise, das
einen bestimmten Artikel heute nicht verkauft
hat, kann ihn meistens bis morgen oder übermorgen
aufbewahren, vielleicht findet er dann einen
Kunden. Für uns Freiberufler dagegen sind
Tage, die ohne Auftrag vergangen sind, eine
Umsatzeinbuße, die nicht wieder
hereinzubringen ist. Verlorene Tage sind für
uns endgültig verloren. |
| 2.
Vision: |
Erzielung von
möglichst hohen Stunden- oder Tagessätzen. |
| 3.
Vision: |
Eine
ausreichend breite Kundenbasis, die es uns
erlaubt, auch einmal zu einem Kunden nein"
zu sagen, ohne daß dadurch unser Geschäft
zusammenbricht. |
| 4.
Vision: |
Aufbau einer
langfristigen Perspektive zur Erhaltung
bestehender Kunden und zur Sicherung der
Zukunft unseres Unternehmens |
| 5.
Vision: |
Ein möglichst positives
Image beim Kunden. Er soll unsere Unabhängigkeit
respektieren und unseren Einsatz für sein
Haus als etwas besonderes bewerten. |
Auf dem Weg dahin müssen wir eine
Reihe kurzfristiger Ziele erreichen:
| Kontakte
herstellen: |
Wenn ein
potentieller Kunde nicht weiß, daß es Sie gibt,
warum sollte er dann mit Ihnen arbeiten wollen?
Quer durch alle Branchen gilt:
Um einen Auftrag zu erhalten muß ein Unternehmen
bzw. Produkt bei zehn, manchmal hundert oder mehr
potentiellen Kunden bekannt sein. In der DV-Branche
mag das Verhältnis nicht ganz so extrem sein,
hier kommt es vor allem darauf an, sich bei den
richtigen Leuten bekannt gemacht zu haben. Aber
das Prinzip bleibt.
Präsent bleiben: Wieviele
Aufträge sind schon an Ihnen vorbei vergeben
worden, nur weil der Kunde bei der Vorbereitung
der Vergabe gerade nicht an Sie gedacht hat?
Sorgen Sie dafür, daß Sie (positiv)
in Erinnerung bleiben.
|
| Klar
anbieten: |
Wieviele Aufträge
sind schon an Ihnen vorbei gegangen, weil der
Auftraggeber nicht wußte, daß Sie der richtige
gewesen wären, sie zu lösen? Stellen Sie
sicher, daß der Kunde nicht nur Ihre
Kernkompetenz genau kennt, sondern Ihr ganzes
Angebotsspektrum versteht, soweit es ihn betrifft. |
| Positiv
auffallen: |
Wenn jemand nicht
den Wunsch hat, mit Ihnen zusammenzuarbeiten,
warum soll er dann wegen eines Projektes bei
Ihnen anfragen? Auch ein
Unternehmen, das noch nicht Ihr Kunde war, muß
einen Eindruck von Ihrer Kompetenz und Ihrer
angenehmen Erscheinung erfahren haben. Sie müssen
aus der Masse hervorstechen.
|
| Interesse
zeigen: |
Und zwar für die
Belange des Kunden. Wenn
ein Kunde nicht das Gefühl hat, daß seine
Interessen und die Lösung seiner Probleme für
Sie im Mittelpunkt stehen, warum sollte er sich für
Sie entscheiden?
|
| Vertrauen
wecken: |
Seien Sie
eindeutig in dem, was Sie sagen und tun, und
halten Sie Zusagen ein. Wer
den Kopf schüttelt, während er mit dem Mund ja
sagt, darf sich nicht wundern, wenn der Kunde mißtrauisch
wird. Seien Sie unbedingt ehrlich zu Ihrem Kunden
oder, wenn Sie ihn doch belügen sollten, machen
Sie es so, daß er es nie merkt oder erfährt.
|
| Sich
weiter entwickeln: |
Warum soll Ihnen
ein Kunde mehr anbieten, als Ihr Kollege und
Wettbewerber verlangt? Je
länger eine Technologie am Markt ist, desto mehr
Personen lernen, sie zu beherrschen seien
es externe oder interne Spezialisten. Damit
verschiebt sich das Verhältnis Angebot zu
Nachfrage zu Ihren Ungunsten, die erzielbaren
Preise sinken während gleichzeitig die Lücken
in Ihrem Terminkalender immer größer werden.
Schützen Sie sich, indem Sie
lernen und sich ausgehend von Ihrer jetzigen
Kompetenz in eigener Initiative aktiv
weiterentwickeln.
(Anmerkung: Ich habe, seit ich
Freelancer bin, mehrfach Angebote von Unternehmen
erhalten, umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen
auf deren Kosten zu erhalten, verbunden mit einer
Verpflichtung zur anschließenden Übernahme
eines bestimmten Auftragsumfangs bzw. zum 100-prozentigen
Einsatz für das Unternehmen. Insgesamt ein sehr
verlockendes Angebot. Ich habe es jedenfalls
immer abgelehnt, da mir die Einschränkung meiner
Unabhängigkeit ein zu hoher Preis war.)
|
| Sätze
steigern: |
Warum soll der
Kunde Ihnen mehr bezahlen, als Sie fordern?
Natürlich ist die Forderung
nach höheren Stunden- oder Tagessätzen nur mit
Fingerspitzengefühl durchzuführen. Auch hier
gilt jedoch: Aus einer Situation der Stärke und
Unabhängigkeit können Sie mehr fordern und
durchsetzen.
|
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Marketing beginnt mit der Beschaffung
von Adressen. Es gibt eine große Anzahl von
Verzeichnissen potentieller Auftraggeber, angefangen mit
den gelben Seiten, über Branchenverzeichnisse etc. Auch
die Stellenangebote in den Zeitungen sind gute Quellen,
wobei wir wieder einmal schlucken müssen, meist mit
Angestellten gleichgestellt zu werden.
Eine junge und interessante Quelle ist
übrigens auch das Internet. Ich habe für Sie hier
einmal eine Auswahl von Job-Börsen erstellt, die sich
auf den DV-Bereich konzentrieren.
Für die Umsetzung der oben genannten
Visionen kann ich Ihnen einige Mittel vorschlagen. Jedes
dieser Mittel wurde von mir bereits verwendet und kann
erfolgreich sein, sofern es professionell eingesetzt wird.
Prüfen Sie, welche für Sie geeignet sind:
| Kontakte
herstellen: |
Verlassen Sie
sich nicht auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Sollte
sie einmal stattfinden, sehen Sie darin bitte
nicht mehr, als eine angenehme Zugabe. Aktiv
werden müssen Sie selbst und das könnten Sie z.B.
durch
- Direct Marketing per
Rundbrief wenn Sie eine
Reaktionsquote von über 3 % erreichen,
gelten Sie bei Direct-Marketing-Profis
bereits als erfolgreich! Damit läßt
sich leicht hochrechnen, daß Sie
mindestens 300 Briefe verschicken müssen,
um 10 neue Kontakte zu erwirken. Es können
aber auch 500 sein ...
- Telefonmarketing
was spricht dagegen, sich einmal einen
oder zwei freie Tage für eine
Telefontour vorzunehmen. Die Erfolgsquote
selbst bei kalten Anrufen" (Erstkontakte
am Telefon) wird deutlich höher liegen
als beim Rundbrief, allerdings schaffen
Sie maximal etwa 50 Kontakte am Tag. Und
die psychische Belastung darf nicht
unterschätzt werden. Dieses Mittel ist
nicht für jeden geeignet.
- Direkte kalte Akquise:
Haben Sie den Mut, noch unbekannte
Unternehmen ohne Termin einfach zu
besuchen? Dann tun Sies! Sie werden
überrascht sein, auf wie viele positive
Reaktionen Sie stoßen.
- Nutzen Sie Gelegenheiten
zu Medienarbeit die deutsche
Medienlandschaft ist nirgends so vielfältig
wie im Computerbereich und die vielen
Magazine brauchen laufend Stoff für ihre
Leser, so wie die Fachbuchverlage laufend
neue Titel veröffentlichen müssen.
Vielleicht können Sie schreiben und
haben etwas zu bieten? Dann schreiben Sie
Pressemitteilungen oder vielleicht sogar
richtige redaktionelle Beiträge.
Nebeneffekt: Sie untermauern Ihre
Kompetenz und erzielen ein zweites
Einkommen.
- Nutzen Sie Kontaktmittler:
Die Freelancer-Datenbank von r & p
management consulting in Hamburg
beispielsweise, in die Sie kostenfrei
aufgenommen werden können. Oder
Kontaktmittler, die sich eingehend mit
Ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten
beschäftigen, daraus ein Angebot
formulieren und dieses an potentielle
Kunden schicken.
- Auch der Kollege, dem Sie
einmal einen Auftrag verschafft haben,
kann sich über die Gelegenheit freuen,
sich bei Ihnen zu revanchieren. Wenn ich
von Bedarf für Freelancer höre, setze
ich deshalb alles daran, mir bekannte
Kollegen zu vermitteln.
- Anzeigenwerbung (zum
Beispiel bei unserem Gastgeber, der
Computerwoche) kann ebenfalls
erfolgversprechend sein, sofern sie frühzeitig
genug geschaltet ist und Sie sich mit
Inhalten anbieten, die aktuell am Markt
gesucht sind.
Alle genannten Maßnahmen leben
davon, daß Sie in Ihrem Auftritt beim Empfänger
professionell und der Sache angemessen erscheinen.
Über genaue Vorgehensweise bei Direct Marketing
und Kaltakquise, sei es direkt oder per Telefon,
gibt es hervorragende Literatur, Seminare und
Berater.
|
| Präsent
bleiben: |
Der laufende
Kontakt zum potentiellen wie zum aktiven Kunden
ist ein zentraler Bestandteil eines
Marketingprozesses. Richtig gemacht kostet er
wenig, erhöht aber Ihre Chance für die nächsten
Aufträge berücksichtigt zu werden deutlich.
Mittel könnten sein:
- Verschicken Sie Ihren
Belegungsplan im regelmäßigen Rhythmus.
Der Kunde sieht, daß Sie Aufträge haben
(Kompetenzbeweis), daß es aber noch Lücken
gibt, die er Ihnen füllen kann. Ich
erhalte ca 15 % meiner Trainingsaufträge
im Anschluß an ein solches Rundfax
- Sie könnten auch einen
gelegentlichen kleinen Newsletter
versenden mit Infos, die zu Ihrem
Kompetenzbereich gehören und für Kunden
interessant sein dürften.
- Nutzen Sie, E-Mail oder
Internet. Wenn Sie eine Web-Site
eingerichtet haben, denken Sie bitte auch
daran, sie laufend zu aktualisieren.
- Wenn Sie in einer
Zeitschrift einen Artikel sehen, von dem
Sie meinen, er könnte für Ihren Kunden
interessant sein, schicken oder faxen Sie
ihm eine Kopie davon, immer versehen mit
einer handgeschriebenen, freundlichen
Bemerkung.
Vielleicht wird der Empfänger den
Artikel schon gesehen haben oder kennt
den Inhalt längst. Trotzdem wird er
zustimmend feststellen, daß Sie sich mit
der Frage beschäftigen, was für ihn
wichtig sein könnte.
Es spricht auch nichts dagegen, dies
regelmäßig zu tun.
- Überarbeiten Sie Ihr
Dienstleisterprofil und versenden Sie es
an aktive und potentielle Kunden. Überarbeiten
Sie es in spätestens drei Monaten erneut
und versenden Sie es wieder. Und so
weiter. Der Kunde ist dankbar, daß Sie
ihn auf dem laufenden halten, während
sie die Gewißheit haben, daß man Sie
nicht so leicht vergißt.
- Verschicken Sie noch
Postkarten zu Weihnachten? Zumindest Ihre
guten Kunden sollten Ihnen dafür zu
schade sein. Sofern es sich räumlich und
zeitlich einrichten läßt, ist eine
kleine Rundreise, bei der Sie vielleicht
einen guten Prosecco mitbringen, viel
wirkungsvoller. Und wenn das nicht zu
Weihnachten geht, dann eben im Januar.
Oder im Februar.
Überhaupt sollten Sie Kontakte
pflegen. Wenn Sie zufällig in der Nähe des
Kunden zu tun haben, schauen Sie doch einfach mal
bei ihm rein. Die meisten freuen sich über die
kleine Abwechslung vom Alltag. Insbesondere natürlich,
wenn Sie Ihren Prosecco dabei haben.
|
| Klar
anbieten: |
Es ist oft
erstaunlich, mit welchen Unterlagen sich Profis
bei Kunden vorstellen. Profis, die hohe Tagessätze
erreichen wollen. Wenn es überhaupt so etwas,
wie ein Dienstleistungsprofil gibt, dann oft ein
einfaches Blatt Papier ohne echte Aussage und Überzeugungskraft.
Ein gutes Dienstleistungsprofil
sollte typographisch ansprechen und den Leser
informieren, zum Beispiel über:
- Person des Freelancers,
allgemeiner Werdegang
- Spezieller Werdegang, das
heißt, jener Teil des Lebenslaufs, in
dem die Kompetenz entstanden ist, die
Basis für das Dienstleistungsangebot ist.
- Angebotsumfang, für den
Kernkompetenz besteht
- Angebotsumfang, für den
zusätzliche Kompetenz besteht
- Eine persönliche
Dienstleistungsphilosophie, aus der
beispielsweise erkennbar wird, daß sich
hier nicht ein technikverliebter Spinner
anbietet, sondern eine Persönlichkeit,
die dem Kunden bei der Lösung von
Aufgaben helfen will
- Eine USP (Unique Sales
Proposition, also ein
Alleinstellungsmerkmal), das könnte
beispielsweise eine wertvolle Verknüpfung
von Fachkompetenz aus verschiedenen
Bereichen sein
- Hinweise auf erfolgreiche
Projekte, eventuell mit Angabe, welche
Funktion man im Projektteam hatte und wie
man zum Erfolg des Projekts beigetragen
hat
- Eventuelle Vorstellungen,
in welcher Richtung Sie sich weiter
entwickeln wollen. Wenn Sie sich zur
Zukunftssicherung eine neue Technologie
aneignen wollen, sprechen Sie im Profil
darüber. Vielleicht erhalten Sie dadurch
gerade das Projekt, anhand dessen Sie die
gewünschten neuen Fertigkeiten
entwickeln und beweisen können
Meines Erachtens haben ein
detaillierter Lebenslauf, Zeugniskopien, Name der
Eltern und Zahl der Kinder sowie Hobbies etc.
nichts im Profil zu suchen.
|
| Positiv
auffallen: |
Wissen Sie, was
Ihre Kunden über Sie denken? Schlimm ist es,
wenn die Kundenmeinung über Sie etwa so ist:
Wir mögen ihn eigentlich nicht, aber wir
haben keinen gleichwertigen Ersatz." Eines Tages hat der Kunde den Ersatz
dann doch, und Sie sind draußen.
Für Erstkontakte gilt: Sie
bekommen keine zweite Chance, einen ersten
Eindruck zu hinterlassen.
Für laufende Kontakte gilt:
Achten Sie darauf, wie Ihnen andere gegenüberstehen,
insbesondere die Festangestellten. Gibt es Neid (zum
Beispiel, weil Sie das größere Auto fahren oder
den schnelleren Computer haben), werden Sie als
Störfaktor oder gar als Karrierehindernis
betrachtet? Werden Anforderungen an Sie
gerichtet, die Sie gar nicht erfüllen können?
Im Rahmen von Kundenprojekten
halten wir Freiberufler uns oft über lange Zeiträume
beim Kunden auf und laufen Gefahr, die Distanz zu
verlieren, unsere besondere Identität in den Abläufen,
dem Alltagstrott und den Rangeleien der
Mitarbeiter zu verlieren. Besondere Risiken können
entstehen, wenn Sie Ihre Aufgabe im Rahmen von Maßnahmen
durchführen, die zu Rationalisierung oder
Disziplinierung führen.
Ich meine, Sie gehen den
sichersten Weg, wenn Sie sich darum bemühen, daß
die Mitarbeiter in Ihnen einen willkommenen Gast
sehen, der nur vorübergehend da ist, um dem
Unternehmen zu helfen, seine Zukunft zu sichern.
Der schon genannte Prosecco kann übrigens auch
hierfür Wunder wirken.
|
| Interesse
zeigen: |
Es gibt viele Anlässe,
bei denen Sie Ihrem Kunden zeigen können, wie
wichtig er Ihnen ist. Das
beginnt mit der Sprache: Wenn Sie wiederholt in
Begriffen sprechen, die er nicht versteht, zeigen
Sie ihm, daß Sie es eigentlich sind, der das
Anliegen seines Kunden nicht versteht. Wenn diese
Begriffe nicht vermeidbar sind, dann erklären
Sie sie, und zwar mit ausreichend Geduld gegenüber
Ihrem Zuhörer. Lassen Sie ihn an Ihrer Kompetenz
teilhaben, ohne arrogant oder genervt zu wirken.
Was wissen Sie eigentlich über
die Visionen und Ziele Ihres Kunden? Über die
Risiken, die mit seinem Geschäft verbunden sind?
Über seine besondere Kompetenz?
Die alte Verkäuferregel gilt
auch für uns Freelancer: wer fragt, führt.
Lassen Sie Ihr Gegenüber erzählen, und er fühlt
sich wohl. Selbst wenn Sie schon alles wissen,
fragen sie. Und, weil Ihr Kunde gerne einen
Menschen um sich hat, bei dem er sich ausreden
kann, wird er versuchen, Sie als Partner zu
halten. Mit Ihnen kann man ja so gut reden ...
Zum Interesse am Kunden gehört
übrigens auch, Erreichbarkeit zu demonstrieren.
Ein Partner, der nie erreichbar ist, mag zwar in
den Augen des Kunden bewiesen haben, daß er gut
ausgelastet ist und demnach wohl eine Ahnung von
seinem Geschäft hat. Er hat aber noch lange
nicht bewiesen, daß er auch wirklich ein Partner
ist.
Wenn Sie für den Kunden keinen
permanent erreichbaren Ansprechpartner einsetzen
können, dann gehört an das Telefon ein
Anrufbeantworter und ein zeitgemäßes Faxgerät,
für das Handy ist beim Provider eine Mailbox
einzurichten, und ein DV-ler kann heute wohl auch
nicht auf die E-Mail-Adresse verzichten. Alle
diese Kontaktmöglichkeiten müssen den Kunden
bekannt gemacht werden (beziehungsweise: deren
Einrichtung ist ein weiterer willkommener Anlaß
für ein Rundfax, um Präsenz zu erzeugen, wie
schon besprochen).
Übrigens habe ich sehr gute
Erfahrungen mit der Mailbox am Handy gemacht.
Selbst jene Leute, die nie auf einen
Anrufbeantworter sprechen würden, nutzen diese
Gelegenheit gerne, mich unterwegs schnell zu
erreichen. Ich muß die Mailbox aber mehrmals täglich
auf neue Nachrichten überprüfen.
|
| Vertrauen
wecken: |
Vertrauen
aufbauen ist eine zentrale Aufgabe beim
Verkaufen, wenn man erfolgreich sein will.
Ich glaube nicht an lange
Referenzlisten, die man dem Kunden ungefragt mit
dem Angebot mitschickt. Ich halte auch nichts
davon, sich selbst als zuverlässig, leistungsfähig
etc. anzupreisen. Die Eigenschaften, die beim
potentiellen Kunden Vertrauen erzeugen sollen, dürfen
nicht als leere Worthülsen erscheinen, sondern müssen
durch Fakten glaubhaft gemacht werden.
Hochdruck-Verkäufer bauen kein
Vertrauensverhältnis mit dem Kunden auf.
Vertrauen entsteht immer im Dialog. Langsam und
schrittweise. Sie müssen den Kunden mit sanften
Argumenten davon überzeugen, daß er in Sie
Vertrauen haben kann. Sie müssen ihm erlauben,
sich zurückzuziehen, um ihn anschließend wieder
freundlich zu umwerben.
Wenn Sie Neukunden akquirieren,
sollten Sie sich eine Strategie festlegen, die
aus mehreren Schritten besteht, zum Beispiel
- Kalter Anruf, auf
Interesse prüfen
- Bei Interesse: Zusendung
des Profils
- Nach angemessener Zeit:
Erneuter Anruf
- Bei weiterem Interesse:
Besuch zur persönlichen Vorstellung
- Falls der Kunde es wünscht:
Zusendung weiterer Unterlagen
- Kontakt laufend pflegen
bis zum Erstauftrag oder bis zur
Erkenntnis, daß weitere Verfolgung
sinnlos ist.
Manchmal erlebt man eine
positive Überraschung, und der Erstauftrag kommt
schneller als erwartet. Das mag daran liegen, daß
der Kunde die eher vorsichtige Vorgehensweise
wahrnimmt und weil er Sie braucht selbst
die Initiative ergreift. Um so besser.
Im allgemeinen wird aber die
Gewinnung des Kunden auf diesem Weg eher langsam
vonstatten gehen. Das muß kein Fehler sein, wenn
Sie die Akquise zu einer Zeit betreiben, in der
Sie ohnehin noch beschäftigt sind. Der langsam
gewonnene Kunde bleibt meist auch länger Kunde,
für den schnellen gilt gerne: easy come
easy go. Für den gezielten Aufbau langfristiger
Beziehungen ist die Strategie des Landmanns
angemessen: Im Frühjahr säen, damit man im
Herbst ernten kann.
|
| Sich
weiter entwickeln: |
Warum die eigene
Weiterentwicklung eng mit Marketing und Vertrieb
zusammenhängt, habe ich bereits oben erwähnt:
In der DV wird Wissen, je älter es wird, umso
billiger. Wir miteinander wollen aber unsere
Tagessätze nicht senken, sondern teurer werden.
Wenn ich als Trainer diesen
Punkt hier betone, hoffe ich, daß Sie das nicht
als Eigenwerbung mißverstehen. Ich bin in
derselben Situation wie jeder Entwickler, Berater
oder System-Supporter. Auch ein Trainer ist ein
lernender Mensch, auch mein mir aufwendig
angeeignetes Wissen altert gnadenlos schnell, und
wenn ich nicht aufpasse, stehe ich schnell im
Wettbewerb mit Hausfrauen und Studenten, die sich
vielleicht mit Projekt-Management-Software, SAP-Modulen
oder VBA-Programmierung als Volkshochschul-Dozenten
ein kleines Zubrot verdienen, natürlich zu einem
Bruchteil meiner Sätze.
Ich möchte Ihnen aber nicht
nur empfehlen, Zeit und Geld in Ihre
Weiterentwicklung zu investieren lassen
Sie den Markt daran teilhaben. Informieren Sie
Ihre potentiellen und aktiven Kunden über Ihre
neuen Fertigkeiten und weisen Sie auf die
Vorteile hin, die eine Implementierung der damit
verbundenen Technologie mit sich bringen kann.
|
| Sätze
steigern: |
Mehr Geld zu
verlangen scheint heute schwieriger denn je. Wir
brauchen aber entsprechende Sätze, damit wir in
eigene Weiterbildung investieren können
einschließlich der benötigten Hardware,
Software und Literatur. Wir müssen es uns
erlauben können, arbeitsfreie Tage für Akquise,
für den Steuerberater oder den Zahnarzt
einzulegen. Wir müssen für unsere soziale
Absicherung selbst sorgen und sollten auch etwas
als Risikovorsorge zurücklegen. Nun ja
und dafür, daß wir Freelancer überwiegend hart
arbeiten und selten krank sind, haben wir uns
auch einen bestimmten Lebensstandard verdient.
Tatsächlich habe ich bereits
positive Erfahrungen mit dieser Argumentation
gemacht. Speziell der Aufwand, den wir Freelancer
in unsere Weiterbildung stecken, kann ja auch dem
Kunden zugute kommen. Für ihn kann eine Erhöhung
des Stunden- oder Tagessatzes sogar ein
ausgesprochen billiger Weg sein, an attraktives
Know-How heranzukommen. Vielleicht sollten Sie
mit dem Kunden einmal offen sprechen, welche
Unternehmensziele Sie ihm helfen können, zu
verwirklichen, wenn Sie finanziell entsprechende
Rückendeckung von ihm haben.
Vielleicht haben Sie auch schon
die andere Situation erlebt, in der der Kunde
Ihren Satz drücken wollte. Ich kann mich noch
gut an eine Situation erinnern, als ein
Auftraggeber allen seinen Freiberuflern
mich eingeschlossen die Sätze um zehn
Prozent senken wollte. Bei den meisten kam er
damit durch, da sie von ihm vollständig abhängig
waren. Als ich zum Gespräch gerufen wurde,
versuchte er mir die Senkung dadurch schmackhaft
zu machen, daß ich dafür mehr Aufträge
erhalten würde. Ich lehnte freundlich ab und
wies ihn darauf hin, daß ich dann nur noch
weniger Aufträge annehmen könnte schließlich
müßte ich dann mehr bei anderen Unternehmen zu
hohen Sätzen arbeiten, um den Nachteil wieder
auszugleichen. Das wollte er auch nicht. Der
Tagessatz blieb unverändert.
Wir sind uns natürlich alle
dessen bewußt, daß das auch nicht immer
funktioniert. Es wird Kunden geben, bei denen wir
unseren Preis nicht durchsetzen können. Was
haben wir dann zu tun? Logisch, wir suchen uns
andere Kunden.
Neue Kunden sind tatsächlich
oft der einfachste Weg, höhere Sätze zu
erzielen, da wir sie noch nicht mit unseren
alten, niedrigen Sätzen verwöhnt haben. Wenn
unsere alten Kunden dann feststellen, daß wir
weniger Zeit für sie haben, müssen sie sich
vielleicht Gedanken machen, ob die von Ihnen
angebotenen Sätze noch angemessen sind.
|
zurück nach oben
Als DV-ler haben wir einen großen
Vorteil gegenüber vielen anderen Freelancern: Wir verfügen
über die nötigen Mittel, uns gut zu präsentieren und
die oben angesprochenen Maßnahmen durchzuführen. Die
meisten von Ihnen werden privat mindestens einen PC oder
Mac besitzen mit Office-Software, Tintenstrahl- oder
Laserdrucker und vielleicht einem Modem- oder einer ISDN-Karte.
Wer beispielsweise einmal erlebt hat, mit welcher Qualität
direkt vom Computer generierte Faxe beim Empfänger
ankommen, wird es künftig vermeiden, ein Blatt Papier in
ein Faxgerät zu schieben.
(Bemerkung: In diesem Zusammenhang sei
darauf hingewiesen, daß kalte Akquise per Telefax in
Deutschland als unlauterer Wettbewerb verboten ist. Ähnliches
wird für das sogenannte Spaming, kalte Akquise per E-Mail
und Newsgroups, erwartet. Es spricht aber nichts dagegen,
vorhandene Kontakte auf diesem Weg zu betreuen, möglichst
nach Absprache mit dem Empfänger.)
Weiter oben habe ich bereits ein
Problem angesprochen, das umso größer wird, je
intensiver wir akquirieren. Die Zeit wird eng, da wir ja
noch an einem laufenden Projekt arbeiten.
Dieses Problem sollte sich folgendermaßen
lösen lassen:
- Standardisieren Sie viele Vorgänge.
Ihr Dienstleistungsprofil ist nicht
kundenspezifisch, sondern für alle gleich. Das
gilt ebenso für Rundbriefe und -faxe.
- Handeln Sie mit Ihrem Auftraggeber
möglichst schon vor Beginn aus, daß Sie für
die Akquise während der Projektlaufzeit einige
freie Tage erhalten. Jeder Auftraggeber wird es
respektieren, daß Sie sich rechtzeitig um neue
Aufträge für die Zeit nach dem Projekt bemühen.
Vielleicht braucht er Sie irgendwann wieder, und
dann wäre ihm nicht gedient, wenn Sie
zwischenzeitlich pleite sind.
- Beginnen Sie mit der Akquise frühzeitig,
auf jeden Fall deutlich, bevor das laufende
Projekt in die heiße Phase kurz vor Ende gerät,
- Verlassen Sie sich nicht auf vage
Aussagen zum Projektende, insbesondere zu
Projektverlängerungen. Vereinbaren Sie frühzeitig
die Vertragsdauer und versuchen Sie dann, neue
Aufträge möglichst direkt anschließend zu
erhalten. Seien Sie insbesondere vorsichtig mit
unverbindlichen Reservierungen.
- Viele Akquisegespräche lassen
sich auf den Abend legen. Ein potentieller Kunde
wird es respektieren, daß Sie in einem laufenden
Projekt sind, und daß dieses für Sie Priorität
hat. Er wird allerdings erwarten, daß sie sich
genauso verhalten, wenn Sie einmal für ihn
arbeiten.
Noch ein Tip zum Schluß: Ihre
Kernkompetenz, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird
nur in Ausnahmefällen im Bereich Marketing und Vertrieb
liegen. Was andere vielleicht als Schwerpunkt ihres BWL-Studiums
haben und womit sie später in Vollzeit ihr Geld
verdienen, das sollen Sie nebenher machen, während Sie
eigentlich Ihre ganze Aufmerksamkeit Ihren Projekten
widmen sollten und der DV-Aufgabenstellung, für deren Lösung
Ihr Kunde Sie ruft.
Seien Sie sich nicht zu fein, Hilfe zu
suchen. Sei es in guten Büchern und Fachmagazinen, sei
es bei Beratern oder Vermittlern. Oder bilden Sie mit
Kollegen, zu denen Sie Vertrauen haben, einen
Dienstleister-Pool, in dem jeder seine spezifischen Fähigkeiten
einbringt. Ein solcher Pool kann den Werbe- und Akquise-Aufwand
für den einzelnen verringern. Jede Lösung, die das Verhältnis
von Aufwand zu Nutzen verbessern hilft, ist für Sie
angemessen, wenn es um die Sicherung und Entwicklung
Ihres persönlichen Unternehmens und um die Wahrung Ihrer
Unabhängigkeit und unternehmerischen Freiheit geht.
Vortrag gehalten am 14. Juni 1997 auf dem
Jahreskongress der DV-Freiberufler
in München
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- Veranstalter: Computerwoche
- Ort: München, MOC
- Autor und Vortragender:
Oliver F. Lehmann, Computertrainer,
Ismaning
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