Just learn what you need


Just learn what you need

Die Teilnehmer bestimmen den Verlauf ihrer Seminare selbst

Mit einfallslosen Standardschulungen ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Eine Möglichkeit, auf die Bedürfnisse der Lernenden wirksamer einzugehen, ist das vom IKMT (Institut für kreatives Management und Training) entwickelte Konzept "Just learn what you need".

Bei nicht wenigen Seminaranbietern wird stattdessen aus Kostengründen alter Wein in noch älteren Schläuchen verkauft. Immer öfter melden sich frustrierte Kursteilnehmer zu Wort. Qualifizierte Weiterbildung ist schließlich kein optionales Extra, sondern eine beruflich überlebensnotwendige Dauermaßnahme in einer von Business Re-Enginering und ständigem Wandel geprägten Umwelt.


Weder Einzelkämpfer noch Massenanbieter

Just learn what you need, heißt also die Devise bei IKMT, aber wo sind die qualifizierten Trainer, die diesem Slogan Leben einhauchen können? Zugegeben, es ist nicht einfach, den gestiegenen Anforderungen mündiger Teilnehmer gerecht zu werden. Es ist erforderlich, auf den verschiedenen Trainingsebenen wie Produkttraining, Fachtraining, Management-Training und extrafunktionalem Kompetenztraining jeweils angemessene neue Konzepte zu entwickeln. Und das ist nicht kostenlos, wenn es nicht umsonst sein soll.

Die Anforderungen an die Qualifikation der Trainerpersönlichkeit steigen erheblich und lassen sich weder von Einzelkämpfern noch von Massenanbietern auf dem erforderlichen Niveau erfüllen. Die Bildung qualifizierter Trainerteams und ihre Betreuung durch externes beziehungsweise internes Coaching ist nach unserer Erfahrung eine der Erfolgsvoraussetzungen für Anbieter, die sich am Just-learn-what-you-need-Prinzip orientieren.


Betreuung am Arbeitsplatz

Großen Einfluß auf die Wirksamkeit von Trainingsmaßnahmen hat auch die Betreuung der Seminarteilnehmer an ihrem eigenen Arbeitsplatz. Coaching gehört somit zu den wesentlichen Bausteinen dieses modernen Trainingskonzepts. Natürlich ist es optimal, wenn Coach und Trainer ein und dieselbe Person sind. Unter Kostengesichtspunkten wird eine derartige Lösung jedoch nur für ausgewählte Trainings bei Führungskräften sinnvoll sein.

Kernpunkt von Just learn what you need ist aber die individuelle Gestaltung der Seminare selbst. Ausgangspunkt hierfür können beispielsweise die beim Coaching gewonnenen Erkenntnisse oder eine vorab durchgeführte Anforderungsanalyse sein. Der Trainer stellt dann das individuell erforderliche Seminar aus vorhandenen beziehungsweise neu zu entwickelnden Lernbausteinen zusammen. Diese Vorgehensweise ist insbesondere bei firmenspezifischen Inhouse-Seminaren verbreitet. Wegen der damit verbundenen Kosten beschränkt sich der Einsatz allerdings in der Regel auf größere Unternehmen mit einer entsprechenden Zahl von Mitarbeitern mit ähnlichem Weiterbildungsbedarf.

Wie lassen sich Just-learn-what- you-need-Konzepte auch in öffentlich angebotenen Kursen verwirklichen?

Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Ein wichtiges Ko.-Kriterium stellt aber die Teilnehmerzahl eines Seminars und die Homogenität der Teilnehmergruppe dar. Es versteht sich von selbst, dass bei 25 und mehr Teilnehmern nicht jeder seine Fragen behandelt finden wird. Optimal sind Gruppen aus fünf bis acht ähnlich qualifizierten Personen.

Ausgesprochen gute Erfahrungen, was die Akzeptanz und die Beurteilung des Lernerfolges durch die Teilnehmer angeht, haben wir mit Kursen für Führungskräfte gemacht, die nach derartigen Prinzipien organisiert waren. Dabei werden die Teilnehmer eingeladen, ihr Seminar nach Inhalt und Ablauf selbst zu strukturieren. So wird genau der Stoff behandelt, den die Teilnehmer brauchen. Dies hat zur Folge, dass alle hochmotiviert sind. Diese Methode ist natürlich nur bei überschaubarer Teilnehmerzahl sinnvoll anwendbar.

"Zuerst hatte ich schon etwas Bauchschmerzen, als wir vom Trainer aufgefordert wurden, unser Seminar selbst zu konzipieren. Ich wollte mich doch gerade zurücklehnen und abwarten, was uns so geboten werden würde", gab einer unserer Teilnehmer freimütig zu. Ein anderer erinnert sich: "Wir hatten Gelegenheit, uns unsere unterschiedlichen Erwartungen bewusst zu machen und uns auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen." Insgesamt sprechen unsere Teilnehmer immer wieder davon, daß sie die Seminartage intensiver durchlebt hätten, als sie es von anderen Veranstaltungen gewohnt waren.

Unterlagen für solche Seminare können natürlich, wenn sie im vorhinein produziert werden, nur sehr grob den Seminarinhalt wiedergeben. Sie müssen durch Material ergänzt werden, das die Teilnehmer selbst erarbeiten. Auch das wirkt sich gut auf den Lernerfolg aus. Selbstgestaltete Unterlagen werden auch noch nach längerer Zeit immer wieder gerne zum Auffrischen der Kenntnisse genutzt.

Für solche Veranstaltungen qualifizierte Trainer sind nicht für einen Dumpingpreis zu engagieren. Immerhin wird erwartet, dass sich der Trainer beziehungsweise die Trainerin gewissermaßen aus dem Stegreif auf einen ad hoc vereinbarten Kursverlauf einstellt. Trainerteams und Teamcoaching verhelfen zu dem erforderlichen Know-how, der Trainer wird zum Projekt-Manager.

Just-learn-what-you-need- Seminarkonzepte verändern und erweitern sich im Lauf der Zeit immer wieder. Die Fähigkeit der Trainingsanbieter, auch für sich selbst einen entsprechenden Lernprozess zu gestalten, stellt eine entscheidende Voraussetzung für ihren Erfolg dar. Letztlich werden es die Teilnehmer sein, die mit den Füßen über Ihre zukünftige Trainingslandschaft abstimmen und entscheiden.

Autor: Ingo Zank
Erstveröffentlichung: COMPUTERWOCHE Nr. 41 vom 13.10.1995 Seite 93-94


Gespeichert unter: http://www.ikmt.de/forum/showthread.php?tid=257
© IKMT - Institut für kreatives Management und Training   
Erstellt von: Ingo Zank
Letzte Änderung: 05.03.2009

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